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Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom Die westliche Welt ist derzeit geistig und ideologisch in einer schwerwiegenden Krise. Altes zählt nicht mehr, Neues ist noch nicht gefunden. Eine allgemeine Diskussion über Werte und das, was das Leben sinnvoll und lebenswert machen könnte, findet nicht statt. Immer mehr Menschen sind in dieser Orientierungslosigkeit überfordert und reagieren mit Resignation und Lebensüberdruss. Flucht aus der Realität in irgendeine Form von Sucht erscheint vielen als letzte Möglichkeit. Der Psychologe Dr. Sven Kröger arbeitet als Drogenberater in einer Jugendstrafvollzugsanstalt. Mike Staudner, ein drogensüchtiger Häftling, bittet um ein Gespräch mit dem Drogenberater, weil er auf Therapie gehen und „mit dem ganzen Zeugs aufhören“ möchte. So beginnt die Geschichte einer Begegnung von zwei ziemlich ungleichen Männern, die sich schätzen und verstehen lernen und sich gegenseitig bereichern. Denn Therapie, sofern sie gelingen soll, ist keine Einbahnstraße, sondern Begegnung, Dialog, wo beide hören und beide etwas zu sagen haben. Mit der Zeit entsteht ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, von dem beide profitieren. Mike macht Therapie und versucht seine Drogensucht zu überwinden, Sven lernt in der Auseinandersetzung mit seinem Klienten, der für viele heutige Jugendliche stehen könnte, sehr viel über Sucht und die gegenwärtige gesellschaftliche Misere. Die Arbeit mit dem intelligenten und sensiblen Mike ist für Sven eine Herausforderung, aber sie gibt ihm viele wertvolle Impulse und lässt ihn Zusammenhänge erkennen und nachvollziehbar werden. Sven macht sich Gedanken über Sucht, über den Knast, über unsere Gesellschaft, über Sinnlosigkeit, Leere und Langeweile, über Hässlichkeiten und das, was in unserer Zeit schief läuft und was aber andererseits, für ihn zumindest, das Leben lebenswert macht. Sein Fazit: Wer in dieser Zeit geistig und psychisch gesund bleiben möchte, muss sich in vieler Hinsicht der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklung widersetzen. Er muss gegen den Strom schwimmen. Das Theaterstück „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ zeichnet diese gemeinsame Entwicklung nach. Es ist eine Geschichte mit euphorischem Höhenflug und tragischem Fall. Denn obwohl Mike zunächst seine Drogensucht überwindet, holt ihn die Vergangenheit wieder ein... Vieles, was in diesem Theaterstück dargestellt wird, hat sich tatsächlich so ereignet, Worte und Dialoge sind teilweise Originalton. Otto Hopfensperger, der 2 Jahre lang als Drogenberater in einem Jugendgefängnis gearbeitet hat, fasst in diesem Stück (wie in seinem gleichnamigen Roman) Erlebnisse und Erfahrungen aus dieser Zeit zusammen. Was steckt eigentlich dahinter, wenn immer mehr junge Leute Drogen nehmen? Ist es wirklich nur der Spaß, den man damit haben will? Das Theaterstück geht diesen Fragen auf den Grund und lädt ein, sich damit auseinander zu setzen. Indem es Einblicke verschafft, kann es präventiv wirken. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ ist im Deutschen Theaterverlag erschienen. Textbücher erhalten Sie unter: Deutscher Theaterverlag Grabengasse 5 69469 Weinheim Tel. 06201/879070 E-Mail: theater@dtver.de
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